Text: Muschelkreation Form & Gestalt Christine Bachmann, handgefertigter Schmuck aus Muscheln und Schnecken
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Die Symbolik der Schnecke

Die Schnecke, in ihrer Grundform die Spirale, ist in vielen Kulturen ein altes, heiliges Symbol für das Universum und die Schöpfung. Zum einen versinnbildlicht die Schnecke den Makrokosmos mit der Galaxis, dem Spiralnebel, den Planetenbahnen, dem Sonnensystem, zum anderen den Mikrokosmos mit den Atomen und Molekülen, der DNS, der Verwirbelung des Wassers (Strudel), der Luftbewegung (Tronado, Windhose, Hoch- und Tiefdruckgebiete). Während im Zentrum der Spirale absolute Ruhe herrscht, nimmt die Geschwindigkeit nach außen hin zu, daher wird der Spirale als spirituelle Eigenschaft die Dynamik und der Optimismus zugeordnet.
Die Interpretation der Schnecke ist unter anderem, dass sie als erscheinendes und wieder verschwindendes Tier, Lunar ist, d.h. eine Versinnbildlichung des beständig zu- und abnehmenden Mondes. Hieraus schöpft sich ihre Bedeutung in vielen verschieden Kulturen als Symbol der Wiedergeburt, der Widerauferstehung und der beständigen Erneuerung.
Bei den Azteken verkörperte sie den Mondgott. Bei den Maya bezeichnete sie die mathematische Null, während sie als indianische Windgötter die Eigenschaft bezeichnet überallhin vorzudringen aber sich auch zurück ziehen zu können. Durch ihre Grundform wird die Schnecke ein Zeichen des Labyrinths, der Spirale und der Höhle betrachtet. Kultische Tänze sind oftmals in Spiralform angelegt, wodurch sie die Lebensbewegung von der Geburt bis zum Tod nachzeichnen. Ebenso wie die Vergänglichkeit des Irdischen sich zyklisch vollzieht und auf dem Baut, wächst und sich weiterentwickelt auf dem was Gewesen war. Hierdurch zeigt die Spirale den Weg der geistigen und leiblichen Erneuerung, des Wachstums und der Veränderung hin zu etwas Neuem.
Die Kauri-Schnecke ist im Buddhismus ein Symbol für die Gelehrsamkeit, Redekunst, Wohlklang, den Sieg über das Samsrara (Kreislauf der Wiedergeburt) und eines der acht Glückssymbole, die sog. Astamangalas). Das Blasen des Schneckenhorns ist das Zeichen die Erleuchtung Buddhas zu verkünden. In Tibet symbolisieren die Windungen der Schnecke das endlose Universum, während die Töne des Schneckenhorns böse Geister abwehren und vor dem Schlechten bewahren soll. Auch das Tao ist eine Spirale. In Afrika werden Kaurischnecken als Schmuck um den Hals getragen um als Fruchtbarkeit-Amulett zu dienen, hatten also neben der schmückenden Sinnzuweisung auch einen spirituell-religiösen Anspruch. Zugleich waren Kaurischnecken in Afrika über einen sehr langen Zeitraum Zahlungsmittel, wodurch sie als Tauschmittel zum Symbol für Wohlstand, gesellschaftlichem Ansehen und Macht wurden.
In der Kunst spielt die Spirale als formgebendes Muster eine grundlegend Rolle. Zahlreiche Ornamente und Verzierungen liegen der Spirale zu Grunde.
Nach den Kelten existiert eine Dreiheit aus Erde, Himmel und Wasser, die sogennannte Triskele (Dreierspirale) aus der eines der ältesten Symbole der Welt hervorgegangen ist und die Grundlage für zahlreiche Ornamente und Verzierungen bildet.
Die Triskele steht für die Einheit aus Geburt, Tod, Wiedergeburt bzw. Körper, Seele und Geist. Neben den keltischen Ornamenten findet sich die Spirale in minoischen und mykenischen Spiralmäander, aber auch schon in der ägyptischen Hochkultur in der Architektur wieder. Dort taucht sie in Form von geschneckten Formen, als Seitenansicht einer Lotusblüte auf.
In griechischer Zeit findet sie sich an den dorischen Säulen, in Form der Kapitelle der ionischen Säulenordnung. Auch in den römisch Kompostionskapitellen findet sich die geschneckte Form ebenso wieder, wie in der Renaissance in verschieden senkrechten und waagrechten Dekorformen als Volutengiebel. Im Barock wurde die verspielte Form der S- und C-Förmigen Schnecken als Schweifwerk oder Ohrmuschelwerk bezeichnet. Im Rokoko stellt die Spirale ebenfalls einen Grundzug der Stilausprägung dar.
Die Form der Spirale und damit der Schnecke ist nicht zuletzt Grundform von Gebäckstücken, von mechanischen Antriebswerken (Schnecken- getriebe, Förderschnecke), von medizinischen Bezeichnungen (Ohrmuschel und Hörschnecke) aber auch von umgangssprachlichen Beschreibungen und Redewendungen ("sich in sein Schneckenhaus zurückziehen", "lahm wie eine Schnecke", als Bezeichnung für eine gutaussehende Frau).
In der Philosophie gibt es den Begriff der hermeneutischen Spirale. Die hermeneutische Spirale bezeichnet vor allem die Weiterentwicklung einer Erkenntnis und/oder eines Wissensstandes. Je nach der Auslegung führt der Weg der hermeneutischen Spirale von einem Interpretieren und Erklären zum Verstehen. Kurz: Ein Vorurteil wird in ein neues Vorurteil überführt.
In der Mathematik sind verschiedene Spiral- formen bekannt: die archimedische, die fermatsche, die logarithmische, die hyperbolische, die lituus, die des Theodorus (Wurzelschnecke), die Klothoide (Cornu-Spirale).
Eines der bekanntesten Symbole, jedoch in stark abgewandelter Form, sind die sogenannten olympischen Ringe, die letztlich einen Ausschnitt aus zwei überlappenden Spirallinien darstellt, ähnlich der Doppelhelix der DNA.

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